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U Untereuerheim

Zehn Abschnitte

Archiv.

Was über Untereuerheim aus öffentlichen Quellen belegt ist.

Untereuerheim, PLZ 97508. Ortsteil der Gemeinde Grettstadt, Landkreis Schweinfurt, am rechten Ufer des Mains. Die Hauptseite gibt die kurze Fassung, diese Seite die ausführliche.

Index

  1. I Mittelalter und Grundherren 9.–14. Jh.
  2. II Die Pest und das Gelübde 1585
  3. III St. Gallus um 1600
  4. IV Die Schlossmühle 16. Jh.
  5. V Bildstöcke, Tore und Wegkreuze Denkmalliste
  6. VI Die Stufenlinde Lindenstraße
  7. VII Fähre und Mainsteg seit 1384
  8. VIII Verkehr und Lage heute
  9. IX Kriegergedenkkapelle 1914 / 1939
  10. X Quellen Belege

Mittelalter und Grundherren.

Der Name Uraheim taucht erstmals in den Urkundenbüchern der Klöster Fulda und Sankt Stephan in Würzburg auf. Die Datierung schwankt zwischen 800 und 880. Zu dieser Zeit gibt es noch keinen getrennten Ober- und Unterort.

Im 12. Jahrhundert ist in einer Würzburger Urkunde von einem obern Uraheim die Rede, was die Existenz eines Unterorts impliziert.

Im 13. Jahrhundert trennt sich der Name endgültig in Ober- und Untereuerheim. In den folgenden Jahrhunderten wechseln sich das Zisterzienserkloster Ebrach, das Hochstift Würzburg und die Grafen von Henneberg als Grundherren ab. Am 1. Mai 1978 wird Untereuerheim im Zuge der bayerischen Gebietsreform nach Grettstadt eingemeindet.

um 800
Erstmals als Uraheim belegt
13. Jh.
Trennung in obern und untern Uraheim
1320
Erste Mühle (Maria Burghausen) belegt
1571
Baubeginn Schloss Euerburg (Obereuerheim)
1978
Eingemeindung nach Grettstadt
219 Einwohner sterben zwischen Juni und November 1585 an der Pest.

1585

Die Pest von 1585 und das Gelübde.

Zwischen dem Fest Peter und Paul am 29. Juni 1585 und dem Martinstag am 11. November desselben Jahres sterben 219 Einwohner Untereuerheims an der Pest. In ihrer Not legen die Überlebenden ein Gelübde ab.

Sie verpflichten sich zur jährlichen Wallfahrt nach Dettelbach, zur Wallfahrtskirche Maria im Sand am linken Mainufer. Die Wallfahrt findet seit über 400 Jahren alljährlich statt.

St. Gallus.

St. Gallus ist die römisch-katholische Kuratiekirche Untereuerheims. Sie gehört zur Pfarreiengemeinschaft St. Christophorus im Mainbogen mit Sitz in Gochsheim, im Dekanat Schweinfurt-Nord des Bistums Würzburg.

Eine Saalkirche aus drei Teilen. Der Julius-Echter-Turm im Osten entstand um 1600 und trägt einen achtseitigen, schiefergedeckten Knickhelm. Der dreiseitig geschlossene Chor schließt im Westen an. Das neugotische Langhaus dazwischen wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet.

1592
Taufstein (Echter-Zeit)
um 1600
Julius-Echter-Turm
19. Jh.
Neugotisches Langhaus
1850
Orgel, 10 Register, 1 Manual, 1 Pedal
1979
Instandsetzung, Ausmalung um 1900
1988
Orgelrestaurierung, Horst Hoffmann

Die Schlossmühle.

Die Schlossmühle stammt aus dem 16. Jahrhundert. Sie gehörte ursprünglich zum Schloss Euerburg im benachbarten Obereuerheim, daher ihr Name. Heute betreibt sie Jochen Schor (e. K.) am Schloßmühlenweg 2.

Der Mühlenladen bietet eigene Mehle, Getreide und regionale Produkte an.

Bereits 1320 ist eine andere, frühere Mühle in Untereuerheim urkundlich belegt. Sie gehörte dem Konvent von Maria Burghausen. Ob beide Mühlen am selben Standort lagen, ist nicht überliefert.

Bildstöcke, Tore und Wegkreuze.

In der bayerischen Denkmalliste sind für Untereuerheim folgende Bau- und Kleindenkmäler eingetragen.

  1. 18. Jh.

    Brunnenstraße 8

    Hoftor mit Fußgängerpforte, Sitznischen und Radabweisern.

    D-6-78-138-73
  2. 1798

    Brunnenstraße 11

    Torbogen mit Nepomukfigur und Putti.

    D-6-78-138-74
  3. 1850

    Fischgasse 2

    Kreuzigungsgruppe mit Relief Christus am Ölberg, Sandstein.

    D-6-78-138-76
  4. 1840

    Hintere Gasse 2

    Hoftor mit Fußgängerpforte und Vasen-Bekrönung.

    D-6-78-138-77
  5. 1750

    Immenrot 2

    Bildstock mit Tischsockel und Relief der Marienkrönung.

    D-6-78-138-93
  6. 1775 / 1857

    Lindenstraße 4

    Torbogen mit Radabweisern und Kugelaufsatz, dazu eine Kreuzigungsgruppe von 1857.

    D-6-78-138-79
  7. 1720

    Mühlgasse 7

    Torbogen mit Radabweisern, Fußgängerpforte mit Bänken und Kugelaufsätzen.

    D-6-78-138-80
  8. 1628

    Beim Eichenweg

    Bildstock mit Rundschaft und Relief der Marienkrönung.

    D-6-78-138-75
  9. 1850

    Bei der Obereuerheimer Straße

    Bildstock.

    D-6-78-138-78
  10. 1850

    Friedhof am Schweinfurter Weg

    Zwei Friedhofskreuze mit Marienfiguren.

    D-6-78-138-94

Die Stufenlinde.

Die Stufenlinde steht in der Lindenstraße. Sie ist eine Winterlinde, in mehreren Etagen gezogen, im Baumkataster mit vier Stockwerken erfasst und auf etwa hundert Jahre geschätzt.

Am Anwesen Lindenstraße 4 stehen außerdem ein Torbogen mit Radabweisern und Kugelaufsatz aus dem Jahr 1775 sowie eine Kreuzigungsgruppe von 1857.

Quelle Standort: baumkunde.de, Baumregister 7779.

Fähre und Mainsteg.

An der heutigen Stelle des Mainstegs ist seit 1384 eine Fähre belegt. Sie verband das rechte Ufer mit Gädheim und Ottendorf im heutigen Landkreis Haßberge.

1963 wurde der Fährbetrieb wegen des Mainausbaus eingestellt. Die damals noch selbstständige Gemeinde Untereuerheim wollte auf die Mainverbindung nicht verzichten und finanzierte aus eigener Kraft den Bau eines Stegs. Seit 1967 verbindet er die Ufer als Fußgängerbrücke.

Der Steg steht bis heute. Über einen Ersatzneubau wird seit Längerem diskutiert. Der 2011 gegründete Mainbrückenverein sammelt Spenden für die Zukunft der Mainquerung.

1384
Fähre urkundlich belegt
1963
Fährbetrieb eingestellt
1967
Mainsteg als Fußgängerbrücke
2011
Mainbrückenverein gegründet

Verkehr und Lage.

Untereuerheim liegt 223 Meter über dem Meer am rechten Mainufer, zwischen Schweinfurt im Westen und Haßfurt im Osten. Die Gemarkung misst 5,48 Quadratkilometer.

Südlich des Ortes verläuft in Ost-West-Richtung die Bundesautobahn A 70 zwischen den Anschlussstellen Schonungen und Haßfurt. Der Abschnitt Schonungen–Haßfurt wurde am 28. Oktober 1992 freigegeben. Nördlich verläuft, ebenfalls in Ost-West-Richtung, die Bundesstraße B 303. Die Staatsstraße St 2277 führt westwärts nach Weyer und südwärts nach Obereuerheim. Über den Mainsteg ist Ottendorf (Gemeinde Gädheim, Landkreis Haßberge) fußläufig erreichbar.

PLZ
97508
Vorwahl
09729
Kfz
SW
Höhe
223 m
Fläche
5,48 km²
Einwohner
786 (2020)

Kriegergedenkkapelle.

Die Kriegergedenkkapelle steht an der Einmündung des Schloßmühlenwegs in die Obereuerheimer Straße. An der Rückwand befindet sich ein Kreuz zwischen zwei steinernen Namensplatten. Eine davon trägt die Inschrift Die Heimat ihren gefallenen Söhnen, eine zweite Unsere Vermißten.

An der linken Wand hängt ein Wandbild mit der Kriegschronik 1914 bis 1918 des örtlichen Krieger- und Veteranenvereins.

Die vollständige Liste der Namen ist auf denkmalprojekt.org dokumentiert. Der Link steht unten in den Quellen.